Presse

Premiere unter Platanen

Von Jakob Handrack

Benefizkonzert zugunsten „Musik statt Straße“

Neue Perspektiven (c) Michael Ramm
© Michael RammNeue PerspektivenSo 16. Aug 2020Jakob Handrack

In ihrem ersten Konzert nach der Corona-Pause begeisterte die Gießener Band Bluesdoctor über 80 Zuhörer bei angenehmen sommerabendlichen Temperaturen. Zugunsten des Projekts „Musik statt Straße“ des bulgarischen Violinisten Georgi Kalaidjiev und seiner Partnerin Maria Hauschild konnten Spenden in Höhe von 1 500 € erzielt werden.

Ehrenamtliches und kreatives Engagement

Corona ist eine schwere Zeit, insbesondere für die ganze Kulturbranche. Künstler, Veranstalter, Techniker und Werber leiden unter den teils gravierenden Einschränkungen, die für Veranstaltungen im Zuge der Ausbreitung des Corona-Virus gelten.

Dass es #inTimesOfCorona auch anders geht und man die Zeit nutzen kann für äußerst produktive und innovative Ideen beweist der Förderverein St. Thomas Morus mit seinem ausschließlich ehrenamtlichen und mehr als kreativen Engagement.

Kurzerhand verlegte man den Veranstaltungsort nach draußen. Der Platz zwischen Pfarrhaus und Kirche erschien geradezu ideal für Veranstaltungen dieser Art. Die Platanenreihen bilden die Form eines Kreuzgangs. Wie im Inneren eines Klosters entsteht eine pittoreske Idylle mit gelegentlicher schattiger Abkühlung.

Mit ehrenamtlicher Hilfe wurde aus alten Paletten eine robuste Bühne in Eigenregie gezimmert. Die #SommerKulturKirche war geboren. Auch für Gottesdienste mit in Corona-Zeiten nicht immer unproblematischen Gemeindegesang hat sich dieser Ort bereits bewährt.

Ausschließlich Eigenproduktionen

Die Band BLUESDOCTOR präsentierte ihre neue CD „Songs From The Timbered House“. In einem alten Fachwerkhaus im Odenwald wurden die Stücke – quasi als Live-Mitschnitt – aufgenommen. „Es handelt sich bei der CD ausschließlich um Eigenproduktionen, denn wir wollten die GEMA-Kosten sparen“, so Sänger Christoph.

Den Auftakt machte das Stück „Fool No More“ aus der Feder von Gitarrist Thomas Geis. Locker-jazzig sorgte das Stück für einen flotten Auftakt und gute Laune bei den 80 Zuhörern. So wechselten flotte Stücke, die durch die Haut gingen, wie das im Stile eines Roadsongs treibende „On My Way“ oder das im Shuffle-Takt swingende „Sugar Daddy is back in town“ mit schwermütigen Blues-Klassikern wie „After All These Years“ oder dem „Waltz For Mamma“. Die Stücke sind teils autobiographisch, teils erzählen sie fiktiven Geschichte wie der im Stil einer Latin Ballad gehaltene Song „Rosie goes out tonight“ oder widmen sich den „Freizeitbeschäftigungen“ des „großartigen“ Führers der westlichen Welt entsprechend dem Motto: „I grab your pussy and I don’t know why!“

Benefizprojekt „Musik statt Straße“

Maria Hauschild freut sich über die Spende für
(© Michael Ramm) Maria Hauschild freut sich über die Spende für „Musik statt Straße“

Die CD konnte man auch direkt erwerben. Der Erlös geht an das Kinderhilfsprojekt „Musik statt Straße“ des bulgarischen Violinisten Georgi Kalaidjiev und seiner Lebensgefährtin Maria Hauschild. Bis zum Ende des Abends konnten insgesamt 1 500 € für diesen Zweck gesammelt werden.

Maria Hauschild bedankte sich bei der Band für die Unterstützung. Sie erzählte wie aus einer ursprünglich spontanen Hilfsaktion 2008 ein dauerhaftes Netzwerk aus Ehrenamtlichen vor Ort entstand mit dem Ziel bedürftigen Kindern alltägliche Hilfeleistungen wie Nahrung, Kleidung, Wärme und Schutz zukommen zu lassen. Aus dieser Idee entwickelte sich dann das Projekt „Musik statt Straße“. Auf der Homepage erläutert Georgi Kalaidjiev die Idee: „Musik erzieht Kinder, sie bildet und beschenkt umfassend.“ Überdies biete aktives Musizieren soziale Kontakte, gebe Halt und eröffne den Kindern eine neue Welt.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann auf der Homepage des Vereins spenden oder für 30 € im Monat eine Patenschaft übernehmen. Auch alte, noch spielfähige Instrumente können abgegeben werden. Melden Sie sich per e-Mail (hauschild.maria@gmail.com) oder telefonisch unter 0157 815 33 635.

„Musik statt Straße“


Gießener Anzeiger vom 17.8.2020

Band „Bluesdoctor“ gibt bei Benefizkonzert in Gießen Vollgas

Das Benefizkonzert der Band „Bluesdoctor“ im Hof von St. Thomas Morus sorgt nicht nur für gute Laune, sondern bringt auch einen stattlichen Erlös für das Projekt „Musik statt Straße“.

Von Heiner Schultz

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Charismatisch und flott: Christoph Handrack, Thomas Geis, Manfred Jung und Hartmut Dietrich als „Bluesdoctor“. Foto: Schultz

Giessen. Es war schon eine Zitterpartie: Würde es das Benefizkonzert der Gießener Band „Bluesdoctor“ zugunsten von „Musik statt Straße“ auf dem Hof der Kirche St. Thomas Morus verregnen oder nicht? Aber der Himmel hatte ein Einsehen, und die 80 Zuhörer könnten sich über ein sommerliches Open-Air-Konzert ohne die geringsten Störungen freuen.

„Da kommt die Sonne“, sagte Jakob Handrack vom Vorstand des Fördervereins bei seiner Begrüßung. Und fügte hinzu: „Ich hab‘ sie extra gerufen. Willkommen zur Premiere unseres Freiluftkonzerts vor der Kirche. Eigentlich schade, dass wir das vorher noch nie gemacht haben.“ Am Ende waren alle in bester Stimmung. Die Gemeinde hatte mit viel Arbeit ein Hygienekonzept erstellt und sich im letzten Moment noch erkundigt, ob sie auf ihrem großen Hof nicht vielleicht mehr als die ursprünglich geplanten 50 Zuschauer mit Abstand begrüßen dürfe. Bei so viel Platz hatte das Gesundheitsamt keine Bedenken und genehmigte einen Aufschlag, sodass noch mehr Menschen den lauen Sommerabend mit knackiger Bluesmusik genießen konnten. Die Gäste schauten alle fröhlich drein, als die Band loslegte. „Wir werden heute nur unsere CD spielen, also nur eigene Titel“, verkündete Sänger und Keyboarder Christoph Handrack. Die CD könne man gegen eine Spende einfach mitnehmen. „Aber für fünf Euro geben wir sie nicht weg“, ergänzte er vorsichtshalber. Immerhin ging der Erlös komplett an „Musik statt Straße“. … jetzt wollte man die Tausend vollmachen, was sich nicht als Problem erwies. Beachtliche 682 Euro kamen zusammen.

Aber erstmal ging es aufs Gas. Mit „Fool no more“ legte das Quartett mit Handrack (Gesang, Klavier, Keyboard), Hartmut Dietrich (Harp, Gesang), Thomas Geis (Gitarre) und Manfred Jung (Drums) zügig los. Offenkundig gut aufgelegt, musizierten sie in flottem Tempo und mit solidem Drive. Was gleich auffiel, war der hochauthentische Mundharmonikasound, den Jung mit etlichen Hohner-„Harps“ und einem klassischen Sennheiser-Mikrofon erzeugte. Gleich begannen einige Füße zu wippen. Klagend erklang dann der „Waltz for Mama“, ebenso mit sehr ausdrucksvoller Harmonika.

Für Kinder in Bulgarien

Maria Hauschild von „Musik statt Straße“ bedankte sich für den Scheck … und die Unterstützung der Band. Sie berichtete über die Arbeit des Projekts, um das sie sich seit zwölf Jahren gemeinsam mit dem Musiker Georgi Kalaidjiev kümmert, um damit bedürftigen Kindern in Bulgarien zu helfen, „die dort unter wirklich elendigen Bedingungen leben“. Daraus sei längst eine „riesengroße wunderbare Sache geworden. „Wir haben einige hundert Kinder gerettet. Wir vermitteln ihnen Bildung und Musik“, betonte Maria Hauschild. Diese Kinder würden dann zu Vorbildern für andere und jüngere Mädchen und Jungen. „Wenn man ihnen die Hand reicht, bewegt sich wirklich etwas.“ 2019 waren einige der Kinder zu Besuch in Gießen.

„After all these years“ war mit sorgsam verschlepptem Tempo und einem schön klagenden Unterton im Gesang zu hören, während die Band zugleich gelassen und routiniert dahinschwebte. Mit erheblich höherem Tempo lieferte „Bluesdoctor“ danach „Den Autobahntitel“ ab. Bei diesem Rhythmus musste doch jeder mit, ein leicht hypnotischer, geschlossener Duktus machte es möglich. „Bluesdoctor“ verdeutlichte in diesem Konzert seine Stärken: mit der charismatischen Stimme von Christoph Handrack und den emotional aufgeladenen Harp-Beiträgen von Hartmut Dietrich verfügt die Band über ein tragfähiges Fundament. Hinzu kommt ein äußerst ökonomisch und präzise agierender Schlagzeuger, der keinen Ton zu viel spielt. Schließlich agiert Gitarrist Thomas Geis mit ebenso großer Erfahrung wie Gefühl. An diesem Abend spielte er aus Jux einfach mal das James-Bond-Thema in „Monkey business“ rein – prima.

Die gute Laune überträgt sich aufs Publikum, und der intensive Beifall gerät immer länger. Da fällt es kaum ins Gewicht, dass einige Abschlüsse der Songs irgendwie belanglos geraten sind, einfach aufgehört. Das tut dem Gesamtvergnügen keinen Abbruch: Lauschig sitzen die Zuhörer unter den Platanen, und ein winziger Hauch von Woodstock ist zu spüren. Wahrscheinlich lag einfach ein Segen drauf.


Gießener Allgemeine vom 18.8.2020

Ausweitung kein Problem

Sichtlich erleichtert war der Vorsitzende des Fördervereins der Morus-Kirche, Jakob Christoph Handrack, dass das ausverkaufte Konzert von Bluesdoctor, das erste Konzert draußen vor der Kirche, im Trockenen stattfinden konnte.

Wirklich nichts trübte den Abend. Die Gemeinde hatte ein Hygienekonzept erstellt und sich im letzten Moment noch erkundigt, ob sie auf ihrem großen Hof nicht vielleicht mehr als die ursprünglich geplanten fünfzig Zuschauer mit Abstand begrüßen dürfte? Bei so viel Platz hatte das Gesundheitsamt keine Bedenken und genehmigte einen Aufschlag. Jetzt durften also achtzig Menschen den lauen Sommerabend mit knackiger Bluesmusik genießen. „Wir werden heute nur unsere CD spielen, also nur eigene Titel“, verkündete Sänger und Keyboarder Christoph Handrack. Die CD könne man gegen eine Spende mitnehmen. Der Erlös des Verkaufs geht an die Aktion „Musik statt Straße“.
Dank CD-Verkauf und Spendengeldern am Konzertabend kamen somit 1582 Euro zugunsten der Aktion „Musik statt Straße“ zusammen.

Zunächst legte die Band fetzig los. Mit „Fool no more“ präsentierte das Quartett mit Handrack (Gesang, Klavier, Keyboard), Hartmut Dietrich (Harp, Gesang), Thomas Geis (Gitarre) und Manfred Jung (Drums) kraftvolles Tempo. Was gleich auffiel, war der Mundharmonikasound, den Jung mit Hohner-Harps und klassischem Sennheiser-Mikrofon erzeugte. Klagend erklang dann der „Waltz for Mama“.

Spende an „Musik statt Straße

Maria Hausschild von der Aktion „Musik statt Straße“ bedankte sich für den Scheck … und die Unterstützung der Band und berichtete über die Arbeit der Aktion, die sie gemeinsam mit Geiger Georgi Kalaidjiev betreibt und damit bedürftige Kinder in Bulgarien unterstützt. „Seit 12 Jahren,“ sagte sie, „helfen wir den Kindern, die dort unter wirklich elendigen Bedingungen leben. Es ist inzwischen ein riesengroßes wunderbares Projekt geworden, wir haben einige Hundert Kinder gerettet. Wir vermitteln ihnen Bildung und Musik.“ Diese Kinder würden dann zu Vorbildern für andere und jüngere. 2019 waren einige der Kinder zu Besuch in Gießen.

Ein weiterer Stimmungsbringer war „After all these years“, das mit sorgsam verschlepptem Tempo und einem schön klagenden Unterton im Gesang erklang, während die Band routiniert dahingroovte. Mit erheblich höherem Tempo lieferte man dann „Den Autobahntitel“ („Monkey business“) ab. Bei dessen bewährtem Rhythmus musste dann doch jeder mitmachen, ein leicht hypnotischer Duktus machte es möglich.

„Bluesdoctor“ machte in diesem Konzert seine Stärken deutlich: mit der charismatischen Stimme Handracks und den emotional aufgeladenen Harp-Beiträgen von Dietrich verfügt die Band über ein tragfähiges Fundament. Hinzu kam ein äußerst ökonomisch und präzise agierender Schlagzeuger. Schließlich agierte Gitarrist Thomas Geis mit ebenso großer Erfahrung wie Gefühl. An diesem Abend spielte er aus Jux einfach mal das James-Bond-Thema in „Monkey business“ rein – prima. Die gute Laune übertrug sich aufs Publikum, und der Beifall wurde immer länger. Da fiel es nicht so sehr ins Gewicht, dass ein paar Songs eher belanglos beendet wurden. Insgesamt war das Ergebnis sympathisch stimmungsvoll, und die Zuhörer fühlten sich unter den Platanen bestens aufgehoben. Einfach ein richtiges kleines Open-Air-Konzert, mitten in der Stadt, mitten in der Krise.


Gießener Anzeiger vom 4.6.2020

„Ihre Medizin ist rau und schmutzig“

Die Gießener Band „Bluesdoctor“ hat ein neues Album eingespielt. Die Erlöse gehen an die Aktion „Musik statt Straße“.

Von Heiner Schultz

GIESSEN. Seit mehr als 20 Jahren besteht die Gießener Band „Bluesdoctor“ in nahezu unveränderter Zusammensetzung. Jetzt tritt das Quartett mit einer neuen CD an die Öffentlichkeit. „Blues From The Timbered House“ heißt das Werk. Der Erlös fließt an die Aktion „Musik statt Straße“ des Gießener Violinisten Georgi Kalaidjiev.Hartmut Dietrich (Harp, Gesang), Thomas Geis (Gitarre), Christoph Handrack (Gesang, Piano, Orgel) und Manfred Jung (Drums) haben sich unverbrüchlich dem Blues verschrieben, und das man merkt man, wenn man ihre CD anhört oder sie live erlebt. Definitiv rau, schmutzig und emotional klingt das. Attribute, die mit dem urwüchsigen, traditionellen Blues verbunden werden.

„Wir hatten Mitte der 80er Jahre eine Band namens ,Taktlos‘, die sich dem Deutschrock widmete und zumeist eigene Songs im Programm hatte, darunter auch der Hit „Unterm Elefantenklo sah ich dich zum ersten Mal“, erinnert sich Sänger Christoph Handrack an die Anfänge. Seitdem spielt er mit Schlagzeuger Manfred Jung zusammen. Einzelne dieser „Taktlos“-Stücke spielt die Nachfolgeband „immer noch, zu besonderen Anlässen,“ lacht er. Nachdem Sängerin Rosa Grätz in den 90ern ausstieg, „haben wir beschlossen, fortan Blues zu machen. Es kommen ja immer wieder neue Leute dazu und damals hat sich das so ergeben.“Gab es denn einmal professionelle Ambitionen für die Blues-Ärzte? „Nee“, antwortet Handrack. „Wir konnten uns realistisch einschätzen. Und wir hatten ja alle unsere bürgerlichen Berufe.“ Der Sänger arbeitet als Psychiater und Psychotherapeut, der Harp-Spieler ist als Biologe an der Universität angestellt, der Gitarrist verdient sein Geld als Banker in Frankfurt, der Schlagzeuger ist Betriebswirt. Die Band war für Handrack immer ein Ausgleich für den Alltagsstress. „Und ehrlich gesagt, wenn man’s berufsmäßig macht, ist die Gefahr groß, dass der Spaß verloren geht, weil man dann muss.“ So waren die Gießener stets relativ frei von kommerziellen Zwängen. Mehr als sechs, sieben Auftritte im Jahr wurden nicht absolviert. Denn „das Musikmachen macht auch Spaß, wenn man sich im Keller trifft, wie zu einem musikalischen Stammtisch“.

Und welche sind die wichtigsten Einflüsse der Mittelhessen? Klassischer Chicago-Blues, etwa von Muddy Waters und Howlin‘ Wolf, ebenso wie die britische Spielart, etwa die Rolling Stones oder Eric Clapton. So entstanden in der letzten Zeit viele eigene Stücke. Nur solche finden sich auch auf der CD, die von der Band auch selbst aufgenommen und gemischt wurde. „In einem kleinen Fachwerkhaus meines Großvaters, das im Odenwald steht. Da haben wir die Sachen an einem verlängerten Wochenende aufgenommen. Es ist im Grunde wie ein Livemitschnitt.“Die CD klingt einerseits fast jazzig („Fool no more“), bringt dann aber auch einen traditionell druckvollen Ton („Waltz for Mama“) ins Ohr. Stets aber macht die charismatische Stimme von Keyboarder Handrack einen überzeugenden Eindruck. Zum Tanzen holen einen dann wieder Titel wie „Monkey Business“ ab.Die Verkaufserlöse der CD sollen an die Aktion „Musik statt Straße“ des gebürtigen Bulgaren Georgi Kalaidjiev fließen, wie schon unlängst beim Auftritt in den „Katakomben“ in der Kirche St. Thomas Morus. Auf die Bühne muss die Band aber vorerst verzichten, alle Konzerte sind bis auf Weiteres abgesagt. Vor wenigen Tagen etwa hätte ein Auftritt bei einer Lesung von TV-Schauspieler und Gefängnisarzt Joe Bausch angestanden, der sein Buch „Gangsterblues“ vorstellen wollte. Ihn haben die Doktoren bereits mehrfach begleitet. Allein in diesem Jahr waren drei Auftritte mit Bausch geplant.In der Coronazeit gab es zwar auch keine gemeinsamen Proben, aber es wurden online drei eigene neue Stücke produziert, die nach und nach entstanden, darunter ein Stück, das sich wenig freundlich mit dem US-Präsidenten beschäftigt. Demnächst sollen sie auf der Webseite der Band veröffentlicht werden.


Gießener Allgemeine vom 8.2.2018

Erstes Katakombenkonzert

– Kirche kann auch anders. Der Blues ist in die Katakomben unter der Thomas-Morus-Kirche eingekehrt und es wurde eng. Über 50 begeisterte Zuhörer folgten der Einladung des Fördervereins der Pfarrei St. Thomas Morus und der Musik der Bluesdoctors zum Premierenkonzert in den Katakomben unterhalb der Kirche. Christoph Handrack – im eigentlichen Leben Psychotherapeut – moderierte den Abend zum ewigen Thema des Blues der Beziehungen zwischen Männem und Frauen. Man merkte der Band ihre Lebenserfahrung und musikalische Erfahrung an. Seit über 30 Jahren machen sie in teils wechselnden Besetzungen miteinander Musik. Ihre Musik ist zeitlos und kommt aus dem Bauch. Klassiker von Robert Johnson, Otis Reading oder Howlin Wolf wechselten sich mit mal flotten, mal nachdenklichen eigenen Werken. Bluesdoctor überschreitet Genregrenzen und überzeugt auch in angrenzenden Stilen wie Funk, Soul oder dem Ska, dem aus den FünfzigerJahren stammenden, jamaikanischen Vorläufer des Reggae. Das Publikum bedankte sich mit frenetisch-johlendem Applaus und mehreren Zugabe-Rufen. Die großzügige Kollekte am Ausgang war für die Fluchtlingshilfe Gießen Osf bestimmt. …


Gießener Allgemeine vom 7.3.2016:

Verheißungsvoller Start im Jokus

 

„1st Giessen Bluesnight“ muss nicht die letzte sein – mit dabei: Bluesrange, Bluesdoctor und Johnny deVille

Die optimistische Nummerierung deutete es an und „Bluesrange“-Drummer Jörg Bischoff, der den Abend organisiert hatte, bestätigte es: Wenn die „Blues Night“  – trotz Konkurrenz durch Superstar Joe Bonamassa in Frankfurt – gut ankommt, könnte daraus eine Reihe werden. Die Chancen stehen gut, denn der Saal war gut gefüllt.

Nur bei der Nachfrage nach Stühlen hatte man sich ein bisschen verschätzt – es blieb bei den wenige Sitzmöbeln auf der kleinen Tribüne am Rand. Tatsächlich waren neben vielen jung gebliebenen auch etliche jüngere Baujahre im Publikum. Dennoch lag Hans Röth mit seiner augenzwinkernden Einschätzung des Durchschnittsalters von „26,75“ natürlich knapp daneben.

Röth eröffnete als Johnny Deville mit seiner Bluesgang den Abend. Der Künstlername ist eine Hommage an den 2009 verstorbenen Willy DeVille und dessen auf die Wurzeln des Blues reduzierten Trio. …

Mit einem Mann mehr erklommen „Bluesdoctor“ (ebenfalls aus Gießen) die Bühne. Mit Jimmy Reeds „Big Boss Man“ ging es temperamentvoll los. Christoph Handrack am Keyboard und Mikro führte die Fans durch die Geschichte des Blues und seines Hauptthema „Männer und Frauen“ mit all seinen Variationen. Mit ihm spielten Manfred Jung (), „Harpmut“ Dietrich an der und Thomas Geis an elektrischen und akustischen Gitarren. Den Bass übernahm Handrack an den Tasten. Man merkte der Gruppe die lange Bühnenerfahrung an. Egal ob gefühlvoller Slow Blues wie „It Hurts Me Too“ mit Bottleneckgitarre, knorrige Losgehenummern wie  Robert Johnsons „Stop Breaking Down“ oder eigene Songs wie das soulig dräuende „Stone Heartet Woman“ mit E-: alles aus einem Guss und alle Soli ohne musikalische Geschwätzigkeit genau auf dem Punkt, zusammen gehalten von clever akzentuiertem Schlagzeug. …

… betrat die Wetzlar-Gießen Formation „Bluesrange“ mit doppelt so vielen Musikern die Bühne, unter anderem zwei Gitarristen und zwei Chorsängerinnen – großes Besteck also und fast zwei Stunden Musik!


Gießener Allgemeine vom 17.9.2015:

Vitoskapelle 2015

BD VItos11.9.15… Handwerklich von der Band Bluesdoctor tadellos dargebotenen klassischen Blues erlebten die Besucher am Freitag in der fast voll besetzten Klinikkapelle. Im Rahmen der Reihe „Musik bei Vitos“ vermochten Christoph Handrack (E-Piano/Orgel und Gesang), Manfred Jung (Schlagzeug), Thomas Geis (E-Gitarre) und Hartmut Dietrich (Mundharmonika und Gesang) den Geist vornehmlich der 1940er bis 1960er Jahre wiederzuerwecken. Schwungvolle Eigenkompositionen gelangen ihnen ebenso gut wie Coverversionen von Stücken längst vergangener Tage. Handrack gefiel mit seiner kernigen Stimme und wurde von der Band virtuos unterstützt. Zuweilen verstärkte ihn Mundharmonikaspieler Dietrich gesanglich. Der trat zudem wie Geis in ausdrucksvollen Instrumentalsoli hervor. Eigene Stücke wie „Stone Hearted Woman“ und „On my way“ zeugten von gutem Stilempfinden und boten gleichermaßen gediegene Unterhaltung wie die Klassiker. Das Quartett demonstrierte ausgezeichnetes Rhythmusgefühl – der Blues schien ihm im Blut zu liegen. …

 


Gießener Allgemeine vom 13.1.2014:

Sprechstunde beim Bluesdoctor
– Volles Haus beim Konzert in der Vitoskapelle

Bis auf den letzten Platz war am Freitag die Vitoskapelle besetzt. Behandelt wurde hier Weltschmerz, vor allem wenn er in Verbindung mit Frauen steht, so Bandleader Christoph Handrack. Glücklich war der, der nicht auf den letzten Drücker kam, bot die Kapelle doch tatsächlich für die letzten 15 Besucher keinen Sitzplatz mehr.

Dass die Kirche so voll war, kommt nicht von ungefähr: Seit über 25 Jahren machen Keyboarder Handrack und Schlagzeuger Manfred Jung schon zusammen Blues. Hartmut Dietrich an der Mundharmonika kam vor etwa zehn  Jahren dazu und Gitarrist Thomas Geis vor rund 15 Jahren. Dass sie jetzt zu viert auf der Bühne standen , ist trotzdem eine kleine Besonderheit – war Geis doch die letzten drei Jahre in Wien und während dieser Zeit avancierte Bluesdoctor zum Trio.

Aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ stimmt die Musik. Straight, aber mit Groove wird hier am Schlagzeug gerührt, die Gitarre spielt saubere Soli, das Piano übernimmt hauptsächlich die begleitende Aufgabe und zugleich den Bass, und die Mundharmonika ist hier ein mehr als vollwertiges Instrument: Sie übernimmt entgegen ihrer Natur nicht nur Melodie, sondern ebenso harmonische und teilweise sogar rhythmisch-perkussive Aufgaben. Gerade das ist einer der wesentlichen Punkte, die den Charme der Band ausmacht.

Ihr Repertoire reicht von eigenen Kompositionen bis hin zu alten Klassikern der Bluesgeschichte. Von getragenen bis flotten Hits lässt das Quartett nichts aus. Einen großen Stellenwert nehmen, ganz getreu dem wahren Blues, die Soli ein, die von jedem der Instrumentalisten mal übernommen werden. Einzelne „Yeah“-Rufe aus dem Publikum und der großzügige Applaus vollendeten ein hervorragendes Blueskonzert, wie man es sonst aus dem Fernsehen kennt.


Gießener Zeitung vom 12.1.14

Bluesdoctor begeistert vor vollen Haus
von Jakob Handrack am 12.01.2014

Gießen/ Am vergangenen Freitag gastierte die Gießener BluesDoctor zum Auftakt der Konzertreihe „Musik in der Vitos“ 2014 in der Kapelle des Psychiatrischen Krankenhaus in der Licher Straße 106. Mit knapp 200 Besuchern war die Kapelle bis auf den letzten Platz gefüllt, so dass die etwas später gekommenen sich mit den Stehplätzen begnügen mußten.
BluesDoctor – bestehend aus Christoph Handrack (voc, piano), Hartmut Dietrich (), Manfred Jung (drums) und Thomas Geis () – überzeugte durch ein etwa zweistündiges Programm mit einer kurzen Pause zwischendurch. Darin befanden sich ausgemachte Bluesklassiker wie beispielsweise der einzige Nummer-1-Hit von Willie Dixon „My Baby“ oder der Bluesschmachtfetzen „It hurts me too“ (1940), im Original von Tampa Red, bekannt geworden u.a. in der Version von Elmore James, ein Lied über den „gefährlichen Typus“ des Frauenverstehers. So heißt es darin „but when things go wrong / go wrong with you / It hurts me too“
Wie im Blues generell, so spielte auch an diesem Abend das Thema Männer und Frauen eine besondere Rolle wie in der eigenkomponierten, gefühlsbetonten Bluesballade „Stone Hearted Woman“ oder dem schwungvollen, auffordernden „Shake it, Baby“. Nicht zuletzt in dem von Howlin‘ Wolf 1962 mit dem lakonischen Vers „Who’s Been Talking?“ besungenen Verschwinden der Frau nach einer Affäre mit einer anderen – zu deutsch: „Wer hat gepetzt?“
Dass auch Bluesharp-Spieler Hartmut Dietrich über eine satte Stimme verfügt, zeigte er in dem aufrichtigen Liebeslied „Let the four winds blow“ von Fats Domino.
Ein besonderes Highlight war der Moment, als Schlagzeuger Manfred Jung von seinem Instrument hervorkam und auf einer Miniaturversion eines Schlagzeugs bei dem Ska-Stück „Come Home To You“ ein zielsicheres Rhythmusgefühl bewies. Wien-Rückkehrer Thomas Geis, erst seit kurzem wieder mit der Band dabei, integrierte sich geschmeidig und offenbarte in seinen Soli auf der Gitarre Bluesqualitäten. Bereichert wurde das Programm durch Anekdoten zu den einzelnen Stücken, die in humorvoller Weise von Christoph Handrack eingebracht wurden.
Das Publikum war begeistert, jubelte und ließ sich immer zu frenetischen Beifallsäußerungen hinreißen. Das Konzert endete mit lautstarken Applaus und Louis Jordans Klassiker „Caledonia“ (1942). Mehr von BluesDoctor gibt es im Web unter www.bluesdoctor.de

Kontakt:
Jakob Ch. Handrack
BluesDoctor Presse & Management
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